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Was sagen Blutwerte aus?

Diese Frage stellt man sich als Hundebesitzer doch immer wieder. Denn häufig bekommst du von deinem Tierarzt die Blutwerte in die Hand gedürckt und stehst dann erst einmal alleine da. Gott sei Dank ändert sich das mehr und mehr und du als Hundebesitzer wirst darüber aufgeklärt, was die einzelnen Parameter aussagen und für deinen Hund bedeuten. 

Heute möchte ich dir erklären, was die Werte des Blutes bei deinem Hund bedeuten und was sie genau aussagen. Neben den Abkürzungen des Blutbildes zeige ich dir, worauf sie hinweisen. 

 

Welche Parameter bedeuten was?

Das Blut besteht aus Leukozyten, Erythrozyten (der größte Teil des Blutes), Thrombozyten, Hämatokrit, und Hämoglobin.

 

Leukozyten – die weißen Blutzellen

Es gibt verschieden “Typen” von Leukozyten mit unterschiedlichen Aufgaben. Sie speilen bei der Abwehr von Erregern die größte Rolle. 

 

1. Erhöhte Leukozytenzahlen 

  • bakterielle Entzündungen
  • Urämie
  • Diabetes mellitus
  • Muskelerkrankungen
  • Darmtoxine
  • Tumore
  • Hyperthyreose,
  • Cushing-Syndrom
  • Traumen, Blutungen
  • Bauchfell- und Brustfellenzündung
  • Gebärmutterenzündungen
  • Impfungen
  • Anwendung von Thyroxin, TSH, ACTH, Corticosteroiden

 

2.  Erniedrigte Leukozytenzahlen 

  • Virale Entzündungen
  • ein erhöhter Leukozytenverbrauch durch Kreislaufinsuffzizenz, Blutdruckabafll, Schock

 

3.  Erhöhte Lymphozyten

  • Bei chronischen Infektionskrankheiten
  • Bei viralen Infektionskrankheiten
  • Cushing-Syndrom
  • Katzen mit chronischen Stress

 

4.  Erniedrigte Lymphozyten

  • Bei akuten Infektionskrankheiten
  • Bei akuten Stresssituationen
  • Bei immunsuppressiver Therapie
  • Bei chronischer Niereninsuffizienz
  • Bei Gabe von Corticosteroiden
  • ACTH-Therapie
  • Angeborene oder erworbene Immundefizienzen

 

5.  Erhöhte eosinophile Granulozyten

  • Allergie
  • Parasitenbefall
  • Infektionen in der Phase der Heilung
  • Lungenentzündung
  • Läufigkeit einer Hündin
  • Morbus Addison (selten)

 

6. Erniedrigte eosinophile Granulozyten

  • Infektionskrankheiten (akut und in der Anfangsphase)
  • Stress
  • Urämie (harnpflichtige Substanzen im Blut durch unzureichende Nierentätigkeit)
  • Bei Gabe von Corticosteroiden
  • Entzündungen
  • Cushing

 

7. Erhöhte neutrophile Granulozyten

  • Infektionskrankheiten durch Bakterien, Mykosen oder Protzoon
  • Intoxikation
  • Cushing
  • Tumor
  • Hyperthyreose
  • Hämolytische Anämie
  • Lupus
  • Umerempfindlichkeitsreaktionen
  • Aufregung, Angst
  • körperliche Belastung

 

8. Erniedrigte neutrophile Granulozyten

  • virale Infektionen (vor allem Parvovirose)
  • Schock
  • Rickettsiose wie z.B. Ehrlichiose
  • Protzonoosen wie z.B. Toxoplasmose

 

9. Erhöhte Monozyten

  • Chronische Infektionskrankheiten
  • Cushing
  • Gabe von Corticosteroiden
  • ACTH-Therapie
  • Entzündungen des Brust- oder Bauchfells
  • hämolytische Anämie

 

10. Erhöhte basophile Granulozyten

  • Allergien
  • Dirofilarien
  • basophile Leukämie
  • Tumor, ehr selten

 

Weitere wichtige charakteristische Blutparameter

1. Kreatin und Harnstoff

Diese beiden Parameter geben einen Hinweis auf die Funktion der Nierenfunktion. Allerdings steigt der Kreatininwert erst an wenn 70% Nieren geschädigt sind,  also erst dann, wenn die Schädigung schon sehr weit fortgeschritten ist

Der Harnstoffwert kann durch die Nahrungsaufnahme und den Eiweißstoffwechsel erhöhte sein. Auch durch eine sehr eiweißreiche Fütterung.

 

 2. ALT (Alanin-aminotransferase Wert, früher auch GPT) und  AP (alkalische Phosphatase)

Diese Werte geben Hinweise auf Probleme mit der Leber. Bei Katzen ist der Wert erst bei einem massiven Gewebeschaden erhöht

 

3. AST (Aspartat-aminotransferase-Wert) und CK-Wert (Creatinkinase Wert)

Der Anstieg dieses Wertes zeigt eine Zellsterung z.B. der Muskulatur. Häufig werden die Werte auch als Muskelparameter bezeichnet. 

Leichter Anstieg auch nach langem Liegen oder Injektionen. 

  • Erhöht bei Muskelfaserrissen, Kreuzverschlag der Pferde

 

4. Eiweiß

  • chronische Entzündung
  • Leberfunktion

 

5. Elektrolyte – . Natrium, Kalium, Magnesium und Calcium

  • Veränderung im Mineralstoffhaushalt
  • Hinweis auf endokrine Störungen
  • Veränderung auch bei Wasserverlust wie z. B. Durchfall oder Erbrechen
  • Verdacht auf Tumor
  • Bei Beginn der Laktation
  • Nach Geburten
  • Umstallungen auf der Weide

 

 6. Amylasen und Lipasen

Erhöhte Werte geben einen Hinweis auf eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse.

 

Du bist verunsichert und weißt nicht genau was die Blutwerte über den Gesundheitszustand deines Tieres aussagen?

Dann buche dir eine Onlinesprechstunde mit mir und wir schauen gemeinsam was bei deinem Tier das Problem ist.

 

About the Author

  • Hallo Natalie, ich bin auf deine Seite gestoßen, weil ich nach Ernährungsmöglichkeiten suche für meinen Hund, der unter Futtermittelunverträglichkeiten leidet.
    Er ist ein Allergikerhund (hatte nach einer Impfung einen allergischen Schock) und auch Stress legt sich bei ihm auf den Magen/Darm. Ich suche nach Möglichkeiten zur Darmsanierung mit hilfreichen Bakterienstämmen und möchte auch etwas für den ganzen Magen-Darm-Trakt tun.

    • Hallo Steffi, das ist eine unschöne Kombination. Ist denn bei deinem Hund schon ein Darmflorascreen gemacht worden? Worauf ist dein Hund genau allergisch? Ist das bekannt? Wie zeigen sich denn die Stresssymptome?
      Ich habe ein Onlineseminar zum Thema Darmsanierung erstellt. Das sollte dir weiter helfen. Dort gibt es unter anderem auch Tipps zur Ernährung und du lernst etwas über die einzelnen Darmbakterien und der Zusammenhang Darm-Stress wird auch erklärt. Liebe Grüße Natalie

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